Neue Regelung trifft auch flexible Flugtickets
Die Lufthansa Group hat ihre Tarifbedingungen erneut angepasst und führt nun auch im bisher besonders kundenfreundlichen Flex-Tarif neue Erstattungsgebühren ein. Damit wird selbst bei flexiblen Flugtickets künftig ein Abzug fällig, wenn Passagiere ihre Reise stornieren oder eine Rückerstattung beantragen.
Betroffen sind Fluggesellschaften der Gruppe wie Lufthansa, Austrian Airlines, Swiss, Brussels Airlines und Discover Airlines. Die Änderungen gelten laut aktuellen Informationen für neu ausgestellte Tickets und betreffen insbesondere internationale Strecken und Premium-Tarife.
Auch Flex-Tarife sind nicht mehr komplett gebührenfrei
Bisher galt der Flex-Tarif als eine der flexibelsten Buchungsoptionen im Lufthansa-Portfolio. Passagiere konnten Flüge meist kostenlos umbuchen oder stornieren. Diese vollständige Kostenfreiheit wird nun jedoch eingeschränkt.
Nach der neuen Regelung fallen bei Erstattungen je nach Strecke und Reiseklasse teils hohe Abzüge oder fixe Gebühren an. Besonders auf Langstrecken und in höheren Klassen wie Business oder First Class können diese Gebühren deutlich steigen.
Berichten zufolge können sich die Abzüge im Extremfall auf mehrere hundert bis über tausend Euro belaufen, abhängig von Tarif und Strecke.
Änderungen gelten auch für internationale Flüge
Die neuen Bedingungen betreffen vor allem interkontinentale Flugverbindungen, also Reisen zwischen Europa und anderen Kontinenten. Hier hat die Lufthansa Group die Struktur ihrer Gebühren in den vergangenen Jahren mehrfach angepasst.
Schon zuvor wurden bei Economy- und Premium-Economy-Tarifen Erstattungsgebühren eingeführt oder erhöht. Nun wird dieser Trend auch auf den Flex-Tarif ausgeweitet, der bislang weitgehend von solchen Kosten ausgenommen war.
Hintergrund: Lufthansa passt Tarifstruktur weiter an
Die Airline-Gruppe verfolgt mit den Änderungen offenbar eine Strategie der stärkeren Tarifdifferenzierung. Kunden sollen künftig genauer für zusätzliche Flexibilität bezahlen, während günstige Basistarife weiter eingeschränkt bleiben.
Branchenbeobachter sehen darin eine Fortsetzung der Entwicklung der letzten Jahre: Fluggesellschaften trennen ihre Angebote zunehmend in klare Preis- und Leistungsklassen, bei denen Flexibilität ein kostenpflichtiges Zusatzmerkmal wird.
Auch andere europäische Airlines haben ähnliche Modelle bereits eingeführt oder ausgeweitet.
Auswirkungen für Reisende: mehr Kosten bei Stornierungen
Für Passagiere bedeutet die neue Regelung vor allem eines: Flexibilität wird teurer. Wer einen Flex-Tarif bucht, kann zwar weiterhin umbuchen oder stornieren, muss aber im Fall einer Erstattung mit Abzügen rechnen.
Das kann insbesondere für Geschäftsreisende oder Vielreisende relevant sein, die bislang auf die vollständige Rückerstattbarkeit gesetzt haben. Auch kurzfristige Planänderungen könnten dadurch künftig teurer werden als bisher.
Kritik und Unsicherheit bei Kunden
In Reise- und Vielfliegerforen wird bereits diskutiert, wie stark die neuen Gebühren tatsächlich ins Gewicht fallen. Viele Kunden zeigen sich überrascht, da der Flex-Tarif lange als nahezu „risikofrei“ galt.
Kritiker bemängeln, dass die Grenze zwischen Flex- und Standardtarifen dadurch zunehmend verschwimmt. Die Lufthansa Group selbst verweist hingegen auf eine „marktgerechte Anpassung“ der Tarifstruktur.
Flexibilität bleibt, aber nicht mehr kostenlos
Mit der Einführung von Erstattungsgebühren im Flex-Tarif setzt die Lufthansa Group ihren Kurs fort, zusätzliche Leistungen stärker zu bepreisen. Für Reisende bleibt der Tarif zwar flexibel, doch die vollständige Kostenfreiheit bei Stornierungen gehört damit der Vergangenheit an.
Wie stark sich die Änderungen langfristig auf Buchungsverhalten und Kundenzufriedenheit auswirken, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Quelle: airliners.de
