Der Hafen der dänischen Hauptstadt Kopenhagen hat bald ein weiteres Wahrzeichen. Am 6. Dezember 2026 eröffnet dort das KAI, ein Wasser- und Kulturhaus. Wir stellen das besondere Schwimmbad vor, das aus einem Ideenwettbewerb heraus entstand.
2015: die Kopenhagener Bevölkerung gibt den ersten Anstoß
Die künstliche Insel im Kopenhagener Hafenbecken mit dem offiziellen Namen Christiansholm war über 300 Jahre für die Öffentlichkeit gesperrt und diente unter anderem als Werft, Militärkrankenhaus und als Lager für Kohle. Da hier außerdem Papier für die Zeitungen des Landes aufbewahrt wurde, bekam sie den heute gebräuchlichen Spitznamen „Papier-Insel“ verpasst. Ab 2012 wandelte sich die Insel dann zum modernen Stadtviertel mit vielfältiger Nutzung.
Um die Papier-Insel weiter aufzuwerten, rief die Stadt Kopenhagen 2015 einen Ideenwettbewerb für eine neue Kultur- und Freizeiteinrichtung ins Leben, bei dem 160 Vorschläge eingereicht wurden. Viele davon wünschten sich ein neues Schwimmbad, oft in Verbindung mit einem Treffpunkt für lokale Vereine, Verbände und Gemeinschaften. 2017 gewann dann das japanische Architekturbüro Kengo Kuma die internationale Ausschreibung.
Nicht nur ein Schwimmbad, sondern ein Wahrzeichen
Schon die nackten Zahlen klingen beeindruckend: 300.000 handgefertigte Ziegelsteine, 403 Fenster, zehn Pools. Dazu kommen Saunen, ein Dampfbad, ein openair-Badebereich direkt im Hafen von Kopenhagen. Das Gebäude besteht aus fünf Backsteintürmen, die über einer Glaskonstruktion zu schweben scheinen. Der höchste beherbergt ein Kulturzentrum. Hier werden ein breites Kulturangebot zum Thema Wasser angeboten und Räume für lokale Vereine zur Verfügung stehen. Anwohner können sich bei der Gestaltung des Kulturprogramms auch selbst mit einbringen.
Der Name KAI ist übrigens eine gelungene Hommage an dänische und japanische Architektur und Kultur. Es ist zum einen das japanische Wort für „Meer“. Im Dänischen weckt der Name Assoziationen mit der Lage direkt am Hafenkai. Darüber hinaus reiht sich der Name in die lange dänische Tradition kurzer, einprägsamer Markennamen ein. Das ungewöhnliche Design ist ein Blickfang im Hafen von Kopenhagen und reiht sich in die Liste der Wahrzeichen der Stadt ein.
Indoor- und Outdoorpools
Die zehn verschiedenen Schwimmbecken der Anlage fassen insgesamt eine Million Liter Wasser und werden von einer vertikalen Erdwärmepumpe beheizt. Je nach Pool baden und schwimmen die Gäste in 27 bis 42°C warmen Wasser. Im Erdgeschoss befinden sich zum Beispiel das Becken zum Bahnen schwimmen und Pools, die sich an Familien richten. Eine Etage darüber steht Wellness im Fokus, neben unterschiedlichen Temperatur-Becken gibt es hier auch Saunen und ein Dampfbad. Ein Highlight ist der Valley Pool, der sich zwischen zwei Türmen befindet und mit einem großartigen Panorama punktet. An der frischen Luft haben die Badegäste außerdem Zugang zum Hafenbecken von Kopenhagen, wo eine Sprung- und Schwimmzone eingerichtet wurde – mit Blick auf Opernpark und Königlich-Dänisches Schauspielhaus.
Ab Dezember ein neuer Ort für alle
Mit diesem neuen Wahrzeichen und der Verbindung von Kultur, lokaler Gemeinschaft und Badespaß sollen viele verschiedene Gesellschaftsschichten angesprochen werden. Die Eintrittspreise werden sich an jenen der anderen öffentlichen Schwimmbäder in Kopenhagen orientieren. Außerdem wurde das Haus barrierefrei gestaltet. Das Gebäude mit seinen Innen-Einrichtungen öffnet am 6.Dezember 2026 mit einem großen Tag der offenen Tür, die Außenanlagen sollen Anfang des Jahres 2027 fertig gestellt sein.
Quellen: nordische-esskultur.de / kai.kk.dk / paperisland.dk
