Japanische Behörden planen die Eintrittsgelder für Sehenswürdigkeiten für internationale Besucher in den kommenden Jahren spürbar zu erhöhen. Hintergrund sind Rekordzahlen im Tourismus, steigender Druck auf lokale Infrastruktur und der Wunsch, den wirtschaftlichen Nutzen aus dem Boom besser auszuschöpfen.
Ab März 2026 wird zum Beispiel der Eintritt zur Weltkulturerbestätte Himeji für ausländische Besucher deutlich teurer sein als für Einheimische: Touristen zahlen 2.500 Yen (circa 14,50 €), während lokale Besucher bei 1.000 Yen ( circa 5,80 €) bleiben. Zudem prüft die japanische Kulturbehörde, bei staatlichen Museen künftig zwischen inländischen und ausländischen Eintrittspreisen zu unterscheiden. Diese „dual pricing“-Ansätze sind Teil einer breiter angelegten Tourismusstrategie zur Steigerung von Ausgaben und Einnahmen, die auch höhere Zimmer- und Abreisegebühren umfasst.
Japan: Touristensteuer wird verdreifacht
Neben differenzierten Eintrittspreisen plant Japan auch, die Internationale Touristensteuer (Abreise-Steuer) von derzeit 1.000 Yen auf bis zu 3.000 Yen zu erhöhen, um Einnahmen zur Bewältigung von Überlastungen und Infrastrukturkosten zu erzielen.
Derartige Maßnahmen sind kein Alleinstellungsmerkmal Japans: Weltweit entwickeln sich ähnliche Modelle, mit denen Destinationen versuchen, den von Touristen verursachten Kosten zu begegnen oder Einnahmen gezielter zu generieren. So hat Frankreich jüngst die Eintrittspreise im Louvre für Besucher außerhalb der EU um rund 45 % angehoben, um Modernisierungs- und Betriebskosten zu decken.
Ein anderes Beispiel für differenzierte Preisgestaltung findet sich seit langem in Thailand, wo an vielen Nationalparks, Tempeln und Museen Einheimische deutlich weniger zahlen als ausländische Gäste – teils nur einen Bruchteil des Touristentarifs.
Auch in Ägypten und Indien gibt es seit Jahren duale Eintrittspreise an großen Sehenswürdigkeiten: Am Taj Mahal etwa zahlen indische Staatsbürger deutlich weniger als Besucher aus dem Ausland, und ähnliche Strukturen bestehen an den Pyramiden von Gizeh.
Kritiker solcher Politik argumentieren, sie könne Reisende abschrecken oder als diskriminierend wahrgenommen werden, während Befürworter betonen, dass Touristen nicht im selben Maße wie Einheimische zu den Kosten der Pflege und des Erhalts kultureller Stätten beitragen.In Japan selbst wird die Debatte über „dual-pricing“ und höhere Tourismusabgaben kontrovers geführt, da das Land stark auf ausländische Besucher angewiesen ist, um seine Tourismusziele für 2030 zu erreichen.
Quelle: reisereporter.de
