Am Frankfurter Flughafen beginnt eine entscheidende Phase für eines der größten Infrastrukturprojekte Deutschlands: Der Probebetrieb des neuen Terminal 3 am Flughafen Frankfurt ist angelaufen – mit dem Ziel, mögliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen – bevor der erste echte Flug am 23. April 2026 startet. Der Flughafenbetreiber Fraport investiert rund vier Milliarden Euro in das Projekt. Um den Echtbetrieb möglichst realistisch zu simulieren, wurden über eine Agentur rund 8.000 Komparsen engagiert, die am neuen Terminal in mehr als 20 Testläufen sämtliche Stationen einer Flugreise durchlaufen.
Check-in, Security, Boarding: Alles wird geprüft
Bis Mitte April testen die freiwilligen Probanden die Abläufe im neuen Passagierterminal. Dieses soll künftig bis zu 19 Millionen Fluggäste pro Jahr abfertigen. Im Mittelpunkt der Ablauftests steht die sogenannte „Customer Journey“ – also der Weg der Passagiere von der Ankunft am Flughafen bis zum Einstieg in die Maschine. Hier werden unter anderem Wert auf alle Check-in-Prozesse, Gepäckaufgabe, Sicherheits- und Passkontrollen, Boardingabläufe sowie Sonderfälle wie Sperrgepäck, Zollabfertigung oder Mehrwertsteuer-Erstattung gelegt.
Die Testpersonen übernehmen dabei konkrete Rollen: Einige reisen mit Sportwaffen, andere mit übergroßem Gepäck oder internationalen Einkaufstüten. So soll sichergestellt werden, dass auch komplexe Abläufe im Terminal 3 reibungslos funktionieren. An Spitzentagen sind bis zu 1.000 Freiwillige gleichzeitig im Einsatz – ausgestattet mit grünen Westen, Lunchpaketen und einer Vergütung in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns von 13,90 Euro pro Stunde.
Bundespolizei im Realitätscheck: Fokus auf Sicherheit
Für die Bundespolizei sind die Tests mehr als eine Generalprobe. Da das Terminal 3 als Schengen-Außengrenze gilt, laufen Grenz- und Sicherheitskontrollen bereits unter Ernstfall-Bedingungen. Für den Flughafen ist das ein wichtiger Schritt, um die Sicherheit und Effizienz im späteren Regelbetrieb zu gewährleisten – insbesondere mit Blick auf internationale Langstreckenverbindungen.
Neue Wege zum Flughafen: Orientierung wird wichtiger
Mit der Eröffnung des Terminal 3 ändert sich auch die Anreise zum Frankfurter Flughafen. Während die Terminals 1 und 2 über die Autobahn A3 erreichbar sind, führt der Weg zum neuen Terminal über die A5. Wer versehentlich am falschen Terminal ankommt, muss zusätzliche Zeit einplanen. Fraport empfiehlt Reisenden daher dringend, sich vorab über Abflug- und Ankunftsterminals zu informieren. Eine Verbindung zwischen den Terminals besteht über die flughafeneigene SkyLine-Bahn.
Airlines ziehen um – Terminal 2 vor Sanierung
Parallel steht eine größere Umstrukturierung an: Ab dem Sommer sollen die bislang im Terminal 2 ansässigen Fluggesellschaften schrittweise in das neue Terminal 3 umziehen. Dazu zählen unter anderem Airlines aus den Allianzen um British Airways und Air France-KLM sowie die arabischen Fluggesellschaften Emirates und Etihad. Die Star Alliance mit den Lufthansa-Gesellschaften bleibt im Terminal 1.
Sobald der Umzug abgeschlossen ist, wird Terminal 2 geschlossen und umfassend saniert. Konkrete Zeitpläne gibt es noch nicht, da dank der neuen Kapazitäten im Terminal 3 kein akuter Zeitdruck besteht. Perspektivisch könnten dort zusätzliche Flächen für Lufthansa und ihre Partner entstehen.
Was für Reisende aktuell zu beachten ist
Wichtig für Passagiere: Bis zur offiziellen Inbetriebnahme im April starten und landen alle Flüge weiterhin ausschließlich an den Terminals 1 und 2. Terminal 3 ist derzeit nicht öffentlich zugänglich und ausschließlich für Testläufe vorgesehen. Erst nach dessen Eröffnung am 22. April gilt: Anreise, Abholung und mögliche Umstiege erfordern mehr Aufmerksamkeit, da sich Wege, Zufahrten und Terminalzuordnungen deutlich unterscheiden. Langfristig soll Terminal 3 vor allem internationalen und touristischen Passagieren modernere Abläufe und mehr Komfort bieten.
Quelle: hessenschau.de, fraport.com
