Die italienische Lagunenstadt Venedig verschärft in diesem Jahr ihre Maßnahmen gegen den anhaltenden Massentourismus. Tagesbesucher müssen an deutlich mehr Tagen als bisher eine Zugangsgebühr zahlen, wenn sie die historische Altstadt betreten wollen. Damit setzt die Stadt ihren bereits begonnenen Kurs fort, Touristenströme gezielt zu lenken.
Mehr Tage, gleiche Preise
Zwischen Anfang April und Ende Juli wird die Eintrittsgebühr für Venedig an insgesamt 60 Tagen fällig – so häufig wie noch nie. Im Vergleich zu den Vorjahren ist das eine erneute Ausweitung: 2024 galt die Regelung nur an 29 Tagen, 2025 bereits an 54 Tagen.
An der Preisstruktur selbst ändert sich nichts: Regulär werden pro Tag zehn Euro verlangt. Wer sich frühzeitig registriert – mindestens drei Tage vor dem Besuch – zahlt nur die Hälfte.
Feste Zeiträume und klare Vorgaben
Die Eintrittsgebühr für Venedig gilt an den festgelegten Tagen für den Zeitraum von 8:30 bis 16:00 Uhr, unabhängig davon, wie lange Besucher tatsächlich in der Stadt sind. Auch Kurzaufenthalte von wenigen Stunden sind kostenpflichtig.
Die 60 gebührenpflichtigen Tage verteilen sich auf mehrere Monate und konzentrieren sich vor allem auf stark frequentierte Zeiten. Im Zeitraum vom 3. April bis 26. Juli betrifft dies alle Wochenenden einschließlich der Freitag sowie Ostermontag, die komplette letzte Aprilwoche und die gesamte erste Juniwoche.
Vorabregistrierung für Tagesgäste
Wer Venedig an einem der gebührenpflichtigen Tage besuchen möchte, muss sich vorab online anmelden. Die Registrierung erfolgt über ein offizielles Portal. Im Anschluss erhalten Reisende einen persönlichen QR-Code. Dieser dient als Nachweis und muss bei Kontrollen in der Altstadt vorgezeigt werden.
Von der Regelung betroffen sind ausschließlich Tagestouristen. Wer mindestens eine Nacht in Venedig verbringt, ist befreit, muss jedoch weiterhin eine reguläre Kurtaxe zahlen. Auch für Einheimische und Kinder unter 14 Jahren entfällt der Betrag.
Maßnahme gegen Overtourism
Als eine der meistbesuchten Städte der Welt mit schätzungsweise 15 Millionen Gäste pro Jahr, soll die Eintrittsgebühr für Venedig künftig helfen, die enorme Besucherzahl besser zu steuern. Die hohe Zahl an Touristen sorgt etwa für erschwertes Durchkommen rund um den Markusplatz und die Rialtobrücke.
Bereits im vergangenen Jahr zeigte sich, dass das Modell zumindest finanziell Wirkung entfaltet: Hunderttausende Tagesgäste zahlten für den Zugang in die Lagunenstadt, was Einnahmen in Millionenhöhe generierte.
Weitere Einschränkungen für Besucher
Neben der Eintrittsgebühr hat Venedig zusätzliche Regeln implementiert, um die Belastung für die Stadt zu reduzieren. Vor allem Reisegruppen sind davon betroffen. So dürfen große Gruppen von über 25 Personen nicht mehr von Reiseführern begleitet werden und das Anhalten auf Brücken oder in engen Gassen ist ihnen untersagt. Die Missachtung dieser Vorgaben kann mit Bußgeldern geahndet werden.
Quellen: reisereporter.de, adac.de
