Die Bundesregierung hat eine überarbeitete Nationale Tourismusstrategie (NTS) verabschiedet, mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandorts Deutschland langfristig zu stärken. Die Strategie wurde im Bundeskabinett beschlossen und bündelt für die Branche relevante Maßnahmen aus verschiedenen Ressorts unter einem einheitlichen strategischen Rahmen.
Der Tourismus in Deutschland zählt zu den wichtigen Wirtschaftsfaktoren und zeichnet sich durch eine hohe Bedeutung kleiner und mittelständischer Unternehmen aus. Mit der NTS will die Regierung dafür sorgen, dass die Branche besser auf aktuelle und künftige Herausforderungen vorbereitet ist – darunter Digitalisierung, Fachkräftesicherung, Mobilität und nachhaltiges Wirtschaften.
Schwerpunkte der Strategie: Nachhaltigkeit, Fachkräfte und Digitalisierung
Ein zentrales Anliegen der Nationalen Tourismusstrategie ist die Förderung des nachhaltigen Tourismus. Umwelt- und Klimaschutz, barrierefreie Angebote und schonender Umgang mit Ressourcen sollen künftig stärker in den Mittelpunkt der Entwicklung touristischer Angebote rücken, um Marktchancen und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Sicherung und Gewinnung von Fachkräften für die Branche. Gastronomie, Hotellerie und Freizeitwirtschaft gelten als besonders arbeitsintensive Sektoren, in denen qualifiziertes Personal dringend gebraucht wird. Gezielte Maßnahmen der Bundesregierung sollen dazu beitragen, Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern und den Fachkräftemangel zu adressieren.
Die Tourismusstrategie setzt zudem auf weitere Digitalisierung – von digitalen Prozessen in kleinen und mittleren Unternehmen bis hin zu digitalen Angeboten für Reisende, etwa bei der Planung, Buchung oder Orientierung im Urlaub. Auch der Ausbau digitaler Infrastruktur zählt zu den geplanten Maßnahmen.
Mobilität und Wettbewerbsfähigkeit im Fokus
Ein drittes zentrales Thema der neuen Strategie ist die Verbesserung der Mobilität im Inland und im grenzüberschreitenden Verkehr. Eine stärkere Anbindung touristischer Regionen durch moderne Verkehrswege soll Reisenden den Zugang erleichtern und gleichzeitig die Attraktivität Deutschlands als Reiseziel erhöhen.
Die Bundesregierung will mit der Nationalen Tourismusstrategie außerdem bürokratische Hürden für Unternehmen abbauen, um Investitionen und Innovationen anzukurbeln und die Rahmenbedingungen für öffentliche und private Akteure zu verbessern. Ziel ist es, den Deutschlandtourismus im internationalen Wettbewerb zu stärken und die wirtschaftliche Dynamik der Branche zu erhöhen.
Reaktionen aus Wirtschaft und Verbänden
Vertreter aus Verbänden der Tourismuswirtschaft begrüßen die Nationale Tourismusstrategie grundsätzlich als wichtigen Schritt, sehen aber zugleich weiteren Bedarf an konkreten Maßnahmen und Zeitplänen. Insbesondere die Sicherung finanzieller Spielräume für kommunale Tourismusentwicklung und stärkere Koordinierung zwischen Bund, Ländern und Branchenvertretern gelten als zentrale Erfolgsfaktoren.
Auch Branchenverbände wie der Verband Internet Reisevertrieb (VIR) äußern positive Einschätzungen: Die Strategie sende ein starkes Signal für eine innovationsfähige und zukunftsorientierte Reisewirtschaft, die Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zugleich berücksichtige.
Bedeutung für Reisende und die Branche
Mit der Nationalen Tourismusstrategie will die Bundesregierung sicherstellen, dass Deutschland als Urlaubsziel weiterhin attraktiv bleibt – nicht nur für internationale Gäste, sondern auch für Inlandstourismus. Der strategische Rahmen soll dazu beitragen, den Wettbewerb zu fördern, Bürokratie abzubauen und die Branche für künftige Herausforderungen zu rüsten.
Wie sich die neuen Leitlinien konkret auf Reiseangebote, Preise oder Qualität auswirken werden, hängt von der weiteren Umsetzung und der Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und kommunalen Akteuren ab.
Quelle: bundesregierung.de
