Kuba, einst eines der beliebtesten Karibik-Ziele für deutsche Urlauber, steckt aktuell in einer Energie- und Versorgungskrise. Das Auswärtige Amt hat die Reisehinweise verschärft und rät zu Zeit von Reisen nach Kuba ab. Landesweite Stromausfälle, Treibstoffmangel, geschlossene Hotels und gestrichene Flüge erschweren den Urlaub auf Kuba momentan. Wir erklären die Hintergründe und geben konkrete Tipps für alle, die bereits eine Reise in den kommenden Wochen oder Monaten gebucht haben.
Aktuelle Reisewarnung: So ist die Lage auf Kuba
Das Auswärtige Amt formuliert klar: „Von Reisen nach Kuba wird derzeit dringend abgeraten.“ (Stand: 18. März 2026, unverändert gültig). Hauptursache ist eine schwere Energiekrise durch marode Infrastruktur und das Ausbleiben von Öl- und Treibstoff-Lieferungen aus dem Ausland (u. a. Venezuela). Das führt zu:
- Stromausfällen: Landesweite Blackouts (z. B. über 24 Stunden am 16./17. März 2026), geplante Abschaltungen von mehreren Stunden täglich. Betroffen: Kein Warmwasser, keine Kühlung von Lebensmitteln, defekte Ampeln, Geldautomaten, Mobilfunk und Internet.
- Treibstoff- und Flugkrise: Seit 9. Februar 2026 können internationale Flugzeuge nicht mehr auf Kuba betankt werden. Viele Airlines (u. a. aus Europa, Kanada) haben Direktflüge bis Ende Mai 2026 gestrichen oder stark reduziert.
- Tourismus-Einbruch: Mehrere Hotels (teilweise 60 % geschlossen), leere Strände (z. B. Varadero), eingeschränkte Grundversorgung und beeinträchtigte medizinische Hilfe. Die medizinische Versorgung war bereits vorher mangelhaft und ist nun noch stärker gefährdet – Rücktransporte im Notfall sind schwierig.
- Weitere Risiken: Erhöhte Kriminalität durch wirtschaftliche Notlage, mögliche Unruhen und allgemeine Versorgungsengpässe.
Die Krise wird durch geopolitische Spannungen (u. a. US-Politik unter Präsident Trump) verschärft, die venezolanische Öllieferungen blockieren. Kubanische Behörden melden zwar Teilerfolge bei der Stromwiederherstellung, doch Experten sehen keine schnelle Besserung.
Tipps für Reisende mit bestehender Kuba-Buchung
Wer bereits eine Pauschalreise, Flug + Hotel oder Individualbuchung für März bis Juni 2026 (oder später) hat, sollte jetzt handeln. Hier eine klare Checkliste:
- Sofort den Reiseveranstalter / die Airline kontaktieren: Bei Pauschalreisen gilt: Die dringende Reisewarnung des Auswärtigen Amts ist ein kostenloser Stornogrund (§ 651h BGB). Fordern Sie eine kostenlose Umbuchung, Stornierung oder Rückerstattung. Viele Veranstalter bieten derzeit Kulanzlösungen an (z. B. Gutschein + Aufpreis für Alternativ-Ziele wie Dominikanische Republik, Mexiko oder Jamaika).
- Flugbuchungen prüfen: Bei Direktbuchungen (z. B. Condor, Eurowings, Air Canada): Airlines streichen Flüge oft selbst – prüfen Sie Status in Ihrem Buchungsportal oder per Hotline. Bei Annullierung haben Sie Anspruch auf volle Rückerstattung (EU-Fluggastrechte-Verordnung). Bei gestrichenem Rückflug: Fordern Sie Ersatzbeförderung oder Rückzahlung.
- Krisenvorsorgeliste (ELEFAND) eintragen: Registrieren Sie sich freiwillig auf elefand.auswaertiges-amt.de – das erleichtert im Notfall schnelle Hilfe durch die Botschaft Havanna.
- Nicht abwarten – je früher, desto besser: Je länger Sie warten, desto schwieriger werden Umbuchungen (Platzmangel in Alternativen, höhere Preise). Handeln Sie innerhalb der nächsten Tage/Woche.
- Aktuelle Infos einholen: Täglich die offizielle Seite des Auswärtigen Amts prüfen: https://www.auswaertiges-amt.de/de/reiseundsicherheit/kubasicherheit-212208 Und ADAC, Verbraucherzentrale oder Ihr Reisebüro konsultieren.
Quellen: auswaertiges-amt.de (Stand: 19.03.2026), merkur.de
