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    Cyberangriff im Tourismus
    Technologie

    Cyberangriff auf Hotelsoftware: So schützen sich Reisende vor Phishing und Datenklau

    Von Janis Muschik15. Oktober 2026

    Nach einem groß angelegten Cyberangriff auf Dienstleister für Hotelsoftware und Buchungsportale häufen sich Datenschutzvorfälle im Tourismus. Thüringens Landesdatenschutzbeauftragter Tino Melzer warnt vor betrügerischen Nachrichten, mit denen Kriminelle an Geld und weitere persönliche Informationen gelangen wollen. Betroffen sein könnten Reisende, deren Stamm-, Buchungs- oder Zahlungsdaten gestohlen wurden.

    Gestohlene Gästedaten werden für Betrug genutzt

    Der Angriff auf Anbieter von Hotelsoftware und Buchungsplattformen hat sensible Informationen von Gästen offengelegt. Nach Angaben des Thüringer Landesdatenschutzbeauftragten gibt es deshalb derzeit eine auffällige Häufung von Meldungen über Datenschutzverletzungen in der Hotellerie und im Tourismus.

    Besonders problematisch ist, dass solche Daten nicht nur für den ursprünglichen Buchungsvorgang relevant sind. Gelangen sie in die Hände von Kriminellen, können diese die Informationen gezielt einsetzen, um Reisende zu täuschen. Dazu gehören beispielsweise Angaben zur Person, Details einer Reservierung oder Informationen über eine bevorstehende beziehungsweise bereits abgeschlossene Reise.

    Phishing-Nachrichten wirken häufig glaubwürdig

    Die Täter nutzen die erbeuteten Daten, um ihre Opfer mit sogenannten Phishing-Nachrichten zu kontaktieren. Diese können per E-Mail, SMS oder über andere digitale Kommunikationswege eintreffen. Dabei geben sich die Absender möglicherweise als Hotel, Buchungsportal oder Kundendienst aus.

    Die Nachrichten beziehen sich häufig auf eine angebliche Unstimmigkeit bei einer Hotelreservierung. So behaupten Betrüger beispielsweise, dass eine Zahlung nicht eingegangen sei, eine Buchung fehlerhaft verarbeitet wurde oder eine Rückerstattung noch ausstehe.

    Durch den Bezug zu einer tatsächlichen Reise wirken solche Mitteilungen besonders glaubwürdig. Reisende könnten deshalb eher dazu verleitet werden, auf die Forderung einzugehen. Ziel ist es, sie zu einer Überweisung auf ein bestimmtes Konto zu bewegen oder weitere sensible Informationen preiszugeben.

    Bei Zahlungsaufforderungen besonders vorsichtig sein

    Landesdatenschutzbeauftragter Tino Melzer rät deshalb zu erhöhter Aufmerksamkeit. Besonders skeptisch sollten Reisende werden, wenn sie per E-Mail oder Kurznachricht aufgefordert werden, persönliche Daten zu übermitteln oder eine zusätzliche Zahlung zu leisten.

    Auch angebliche Rückerstattungen können ein Warnsignal sein. Werden Gäste aufgefordert, ihre Kontodaten anzugeben, damit ein vermeintlich zu viel gezahlter Betrag zurücküberwiesen werden kann, sollten sie die Echtheit der Nachricht zunächst überprüfen.

    Entscheidend ist dabei nicht allein, ob eine Nachricht professionell gestaltet ist. Auch korrekte Angaben zum Hotel oder zur Buchung sind kein sicherer Beweis dafür, dass der Absender vertrauenswürdig ist. Gerade weil Kriminelle über echte Buchungsinformationen verfügen könnten, ist besondere Vorsicht geboten.

    So schützen sich Reisende vor Datenbetrug

    Wer eine verdächtige Nachricht erhält, sollte nicht direkt auf darin enthaltene Links klicken. Stattdessen empfiehlt es sich, das Hotel oder das Buchungsportal über die bereits bekannten offiziellen Kontaktdaten zu erreichen.

    Dafür können Reisende beispielsweise die Kontaktdaten aus der ursprünglichen Buchungsbestätigung nutzen oder die offizielle Website selbst im Browser aufrufen. Dort lässt sich nachfragen, ob tatsächlich eine offene Zahlung, eine Änderung der Reservierung oder eine Rückerstattung vorliegt.

    Auch persönliche Daten und Zahlungsinformationen sollten nicht leichtfertig übermittelt werden. Wer sich bei einer Forderung unsicher ist, sollte sie erst prüfen lassen, bevor Geld überwiesen oder ein Formular ausgefüllt wird.

    Hotels und Buchungsportale stehen vor Herausforderungen

    Der Vorfall macht deutlich, wie wichtig der Schutz personenbezogener Daten in der digitalen Reisebranche ist. Hotelbetriebe und Buchungsplattformen verarbeiten zahlreiche Informationen, die für Reservierungen, Zahlungen und die Kommunikation mit Gästen benötigt werden.

    Ein Sicherheitsvorfall bei einem technischen Dienstleister kann deshalb Auswirkungen auf viele Reisende und Unternehmen haben. Besonders kritisch wird es, wenn gestohlene Informationen mit betrügerischen Nachrichten kombiniert werden. Dadurch kann aus einer technischen Datenpanne ein konkretes finanzielles Risiko für Verbraucher entstehen.

    Die aktuelle Häufung von Meldungen zeigt, dass Datenschutzverletzungen im Tourismus nicht nur eine Angelegenheit der betroffenen Unternehmen sind. Auch Reisende müssen damit rechnen, dass Kriminelle versuchen, die Situation auszunutzen.

    Datenschutzbehörde warnt vor weiterer Vorsicht

    Wie viele Gäste konkret von dem Cyberangriff betroffen sind, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor. Der Thüringer Landesdatenschutzbeauftragte meldet jedoch eine deutliche Zunahme von Datenschutzvorfällen in der Branche.

    Für Urlauber gilt daher: Unerwartete Zahlungsaufforderungen, vermeintliche Rückerstattungen und Anfragen nach persönlichen Daten sollten immer kritisch geprüft werden. Im Zweifel ist der direkte Kontakt zum Hotel oder Buchungsportal über offizielle Kanäle der sicherste Weg. Wer bei einer Nachricht misstrauisch wird und keine unbekannten Links öffnet, kann das Risiko verringern, auf eine betrügerische Forderung hereinzufallen.

    Quelle: ntv.de

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