Ein Tagesausflug nach Venedig könnte ab 2027 deutlich teurer werden. Die italienische Lagunenstadt erwägt, die bisherige Zugangsgebühr für Tagesgäste auf bis zu 30 Euro pro Person anzuheben. Gleichzeitig könnte die Gebühr künftig an mehr Tagen gelten. Eine endgültige Entscheidung steht allerdings noch aus. Damit nimmt eine Entwicklung Fahrt auf, die sich bereits vor einigen Monaten abgezeichnet hatte: Venedig erzielte mit seinem Eintrittssystem Rekordeinnahmen – und diskutierte anschließend über eine weitere Verschärfung.
Venedig erzielt Millionen mit Eintrittsgebühr
Seit 2024 erhebt Venedig an ausgewählten Tagen eine Zugangsgebühr von Tagesgästen. Das System soll vor allem dabei helfen, die Besucherströme an besonders stark frequentierten Tagen zu steuern. 2026 lag die Gebühr je nach Zeitpunkt der Buchung bei fünf oder zehn Euro pro Person. Wer frühzeitig reservierte, zahlte den niedrigeren Betrag. Kurzfristige Buchungen waren teurer. Insgesamt wurde der Eintritt in diesem Jahr an 60 Tagen zwischen April und Juli verlangt. Dabei kamen nach Angaben der Stadt rund 5,22 Millionen Euro zusammen. Mehr als 679.000 Zahlungstitel wurden registriert.
Frühere Annahme zur Gebührenerhöhung bestätigt sich
Die hohen Einnahmen hatten bereits im Sommer Spekulationen über eine mögliche Erhöhung der Gebühr ausgelöst. sonnenklar.TV hatte damals über die Rekordeinnahmen berichtet und die Frage aufgeworfen, ob Venedig die Eintrittspreise künftig weiter anheben könnte. Diese Einschätzung hat sich nun zumindest in wesentlichen Teilen bestätigt: Für 2027 wird tatsächlich über eine deutlich höhere Gebühr diskutiert. Konkret steht ein Betrag von bis zu 30 Euro für Tagesgäste im Raum.
Zum früheren sonnenklar.TV-Artikel: Venedig erzielt Rekordeinnahmen – weitere Erhöhung der Eintrittsgebühren?
Bis zu 30 Euro für einen Tagesausflug
Der zuständige Stadtrat Michele Zuin brachte die Erhöhung auf bis zu 30 Euro ins Gespräch. Hintergrund ist vor allem die gewünschte Lenkungswirkung. Die bisherigen fünf beziehungsweise zehn Euro würden nach Einschätzung der Stadt nicht ausreichen, um Besucher an besonders vollen Tagen von einem Besuch abzuhalten. Ein höherer Preis könnte dagegen dazu führen, dass sich Reisende für einen weniger stark frequentierten Tag entscheiden. Venedig will damit vor allem die enormen Besucherströme besser über die Saison verteilen. Allerdings handelt es sich bei den 30 Euro bislang nicht um einen beschlossenen Eintrittspreis. Die konkrete Höhe für 2027 steht noch nicht fest.
Mehr gebührenpflichtige Tage geplant
Auch beim Zeitraum könnte sich etwas ändern. 2026 wurde die Zugangsgebühr an 60 ausgewählten Tagen erhoben. Für das kommende Jahr wird geprüft, ob das System ausgeweitet wird. Im Gespräch stehen unter anderem zusätzliche gebührenpflichtige Tage im März und September. Damit könnte die Regelung einen größeren Teil der touristischen Saison abdecken. Für die Stadt bedeutet eine Ausweitung allerdings auch einen höheren organisatorischen Aufwand. Die zusätzlichen Kontrollen müssen unter anderem mit Personal und Polizei abgesichert werden.
Übernachtungsgäste sind weiterhin ausgenommen
Die Zugangsgebühr richtet sich grundsätzlich an Tagesgäste. Wer in Venedig übernachtet, muss sie nicht bezahlen. Für Hotelgäste fällt stattdessen eine separate Übernachtungssteuer an. Auch diese könnte künftig steigen. Für Gäste von Fünf-Sterne-Hotels sind laut den aktuellen Überlegungen möglicherweise acht bis neun Euro pro Nacht im Gespräch.
Damit könnten sich die Kosten für einen Venedig-Urlaub insgesamt erhöhen – sowohl für Tagesreisende als auch für Übernachtungsgäste.
Venedig will Massentourismus stärker steuern
Mit den Gebühren verfolgt die Stadt vor allem ein Ziel: Der extreme Andrang soll besser kontrolliert werden. Venedig gehört zu den meistbesuchten Städten Europas und kämpft insbesondere an Feiertagen und beliebten Wochenenden mit großen Besucherströmen. Die Einnahmen sind dabei ein zusätzlicher Effekt. Im Mittelpunkt steht laut den Verantwortlichen vielmehr die Steuerung des Tourismus.
Entscheidung für 2027 steht noch aus
Ob Tagesgäste in Venedig tatsächlich bis zu 30 Euro Eintritt zahlen müssen, ist derzeit noch offen. Die Stadt will das bisherige Modell nach der mehrjährigen Testphase weiterentwickeln.
Fest steht jedoch: Die Diskussion über eine höhere Gebühr ist inzwischen konkreter geworden. Was sich bereits mit den Rekordeinnahmen 2026 angekündigt hatte, könnte 2027 Realität werden. Für Reisende bleibt deshalb abzuwarten, wie hoch der Eintritt am Ende tatsächlich ausfällt und an welchen Tagen er erhoben wird.
Quelle: touristik-aktuell.de
