Zwei Malaria-Fälle in Frankfurt-Schwanheim
In Frankfurt sind zwei weitere Menschen an Malaria tropica erkrankt. Die Betroffenen leben im Stadtteil Schwanheim und damit in unmittelbarer Nähe zum Frankfurter Flughafen. Nach Angaben des Gesundheitsamts hatten beide zuvor keine Reise in ein Malaria-Risikogebiet unternommen und arbeiten auch nicht am Flughafen. Wie es zu den Infektionen kam, ist noch Gegenstand laufender Untersuchungen.
Das Gesundheitsamt prüft insbesondere die Möglichkeit, dass eine mit Malariaerregern infizierte Anopheles-Mücke über den Flughafen eingeschleppt worden sein könnte und anschließend in das Stadtgebiet gelangte. Diese sogenannte Flughafen-Malaria ist ein ausgesprochen seltenes Ereignis. Der konkrete Einschleppungsweg konnte bislang allerdings nicht nachgewiesen werden.
Mückenmonitoring wird auf Schwanheim ausgeweitet
Als Reaktion auf die beiden Erkrankungen wird die Überwachung der Stechmücken ausgeweitet. Am Frankfurter Flughafen befinden sich bereits Mückenfallen. Nun soll auch das Wohnumfeld der beiden Erkrankten in das Monitoring einbezogen werden. Zudem wird untersucht, ob sich dort Anopheles-Mücken befinden, die grundsätzlich Malariaerreger übertragen können.
Nach Angaben des Frankfurter Gesundheitsamts können eingeschleppte Mücken mehrere Kilometer vom Flughafen entfernt vorkommen. Es rät zu einem konsequenten Mückenschutz, insbesondere durch Repellentien, also Mittel, die Mücken durch bestimmte Duftstoffe fernhalten. Sie sind unter anderem als Sprays erhältlich. Zusätzlich kann das Risiko eines Mückenstichs in Innenräumen durch Fliegengitter an Fenstern und Türen reduziert werden. Auch bedeckende Kleidung gehört zu den empfohlenen Schutzmaßnahmen.
Gesundheitsamt richtet Hotline für Anwohner ein
Wegen der neuen Malaria-Fälle in Frankfurt hat das Gesundheitsamt eine Informationshotline eingerichtet. Bürgerinnen und Bürger können sich dort über die aktuelle Situation und über Schutzmaßnahmen informieren. Die Hotline ist täglich von 9 bis 18 Uhr unter 069/212-30030 erreichbar. Das Gesundheitsamt weist zugleich darauf hin, dass das Risiko für die Bevölkerung in Frankfurt insgesamt als sehr gering eingeschätzt wird, da die klimatischen Bedingungen in Deutschland für den Entwicklungszyklus von Mücke und Malaria-Erreger ungünstig sind.
Frühere Malaria-Fälle am Flughafen Frankfurt
Die neuen Erkrankungen stehen zeitlich im Zusammenhang mit früheren Malaria-Fällen am Frankfurter Flughafen. Seit Anfang Juli 2026 waren sechs Menschen erkrankt, die sich beruflich am Flughafen aufgehalten hatten. Zwei dieser Erkrankungen verliefen tödlich. Auch bei diesen Fällen wurde eine Übertragung durch eine eingeschleppte Anopheles-Mücke als mögliche Ursache untersucht.
Ob die beiden aktuellen Erkrankungen in Schwanheim mit diesem früheren Infektionsgeschehen zusammenhängen, ist derzeit ebenfalls nicht geklärt. Laut Gesundheitsamt sollen spezielle Laboruntersuchungen weitere Hinweise liefern. Eine abschließende Bewertung kann daher erst später erfolgen.
Flughafen-Malaria in Deutschland sehr selten
Für den Zeitraum von 1969 bis Anfang 2024 erfassten die untersuchten Datenbanken insgesamt 145 Malariafälle, bei denen sich Menschen in Europa infiziert hatten. Mindestens 105 dieser Fälle wurden als Flughafen-Malaria eingestuft, möglicherweise waren es bis zu 113.
Frankreich verzeichnete mit 52 Fällen die meisten Erkrankungen, gefolgt von Belgien mit 19 Fällen. Für Deutschland wurden neun Fälle dokumentiert: acht davon entfielen auf Frankfurt, einer auf München.
Daneben wurden 32 Fälle sogenannter Gepäck-Malaria beschrieben. Dabei gelangte eine infizierte Mücke beispielsweise im Gepäck nach Europa und die Erkrankung trat anschließend nicht unmittelbar am Flughafen auf. Drei dieser Fälle wurden Deutschland zugeordnet.
Malaria-Symptome: Darauf sollten Reisende und Anwohner achten
Malaria wird durch den Stich einer infizierten Anopheles-Stechmücke übertragen. Eine Übertragung durch normalen Alltagskontakt von Mensch zu Mensch findet nicht statt. Zu möglichen Beschwerden gehören insbesondere hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden.
Bei unklarem Fieber sollten Menschen in Flughafennähe einen Arzt aufsuchen und darauf hinweisen, dass sie in der Nähe des Frankfurter Flughafens wohnen oder sich dort aufgehalten haben. Das gilt auch dann, wenn keine Reise in ein klassisches Malaria-Endemiegebiet vorausgegangen ist.
Was bedeutet die Malaria-Lage für Frankfurt?
Für Reisende und die Frankfurter Bevölkerung ergibt sich nach derzeitiger Einschätzung des Gesundheitsamts keine allgemeine Malariagefahr. Die Behörde stuft das aktuelle Geschehen als außergewöhnlich selten ein. Gleichzeitig laufen die Untersuchungen zu den beiden Erkrankungen in Schwanheim weiter.
Quellen: www.fvw.de, www.hessenschau.de, www.faz.net
