… und lockt mit historischen Urlaubszielen
Deutschland ist als Reiseziel so beliebt wie nie zuvor. Die Beherbergungsbetriebe verzeichneten in den ersten sieben Monaten dieses Jahres einen neuen Übernachtungsrekord. Besonders erfreulich für die Tourismusbranche: Das Niveau des bisherigen Rekordjahrs 2019 wurde erstmals übertroffen. Allein im Juli wurden bundesweit 58,4 Millionen Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland gezählt. Das entspricht einem Anstieg von 3,2 Prozent gegenüber dem Juli des Vorjahres. Dabei entwickelten sich sowohl der Inlandstourismus als auch die Nachfrage aus dem Ausland gleich stark. Auch der Blick auf die ersten sieben Monate fällt positiv aus. Von Januar bis Juli kamen die Beherbergungsbetriebe auf insgesamt 282,1 Millionen Übernachtungen. Damit wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2019 von 281,1 Millionen Übernachtungen um 0,4 Prozent übertroffen.
Deutschland bleibt auch bei ausländischen Gästen beliebt
Der Großteil der Übernachtungen entfiel weiterhin auf deutsche Urlauberinnen und Urlauber. Zwischen Januar und Juli wurden rund 235 Millionen Übernachtungen von Gästen aus dem Inland registriert – 0,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Auch ausländische Reisende trugen zum neuen Rekord bei. Ihre Zahl der Übernachtungen stieg um 1 Prozent auf 47,1 Millionen. Deutschland bleibt damit nicht nur für den Urlaub im eigenen Land attraktiv, sondern zieht auch zunehmend Gäste aus anderen Ländern an.
Bereits im ersten Halbjahr hatte sich ein Rekord abgezeichnet. Von Januar bis Juni wurden 223,8 Millionen Übernachtungen gezählt – ebenfalls ein Höchstwert.
Allerdings verlief die Entwicklung zuletzt nicht durchgehend positiv. Im Juni lagen die Übernachtungen mit 48,9 Millionen um 2,9 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats. Bei Gästen aus Deutschland betrug der Rückgang 3,6 Prozent, bei ausländischen Gästen 1,6 Prozent.
Tourismusbranche trotz Rekord unter Druck
Die Rekordzahlen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Betriebe mit erheblichen Herausforderungen kämpfen. Der Deutsche Tourismusverband (DTV) verwies zuletzt auf steigende Kosten, Personalmangel und einen wachsenden Investitionsstau.
Nach Einschätzung des DTV braucht es deshalb politische Unterstützung, damit der Tourismus auch langfristig ein wichtiger Wachstumsmotor bleibt. Dazu gehören unter anderem Investitionen in die touristische Infrastruktur, bessere Voraussetzungen für die Gewinnung von Fachkräften und eine stärkere Unterstützung der Kommunen.
Für Urlauber bedeutet der Rekord dennoch vor allem eines: Deutschland bietet eine große und vielfältige Auswahl an Reisezielen – von Küsten und Seen über Berge und Naturparks bis hin zu historischen Städten.
Ein besonderer Tipp für den nächsten Deutschland-Urlaub: Quedlinburg
Wer Deutschland abseits der bekannten Großstädte entdecken möchte, findet beispielsweise im Harz ein ganz besonderes Reiseziel: Quedlinburg in Sachsen-Anhalt.
Die UNESCO-Welterbestadt mit weniger als 24.000 Einwohnern ist vor allem für ihre historische Altstadt und ihre außergewöhnliche Fachwerkarchitektur bekannt. Rund 2100 Fachwerkhäuser stehen auf dem Welterbe-Gebiet. Damit besitzt Quedlinburg nach Angaben der Stadt die größte Ansammlung von Fachwerkhäusern in Deutschland.
Ein Spaziergang durch die engen Gassen der Altstadt führt vorbei an jahrhundertealten Häusern und vermittelt einen Eindruck davon, wie mittelalterliche Städte einst ausgesehen haben. Seit 1994 gehört Quedlinburg zum UNESCO-Weltkulturerbe – unter anderem wegen seiner historischen Bausubstanz und des außergewöhnlich gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtgrundrisses.
Deutschland entdecken lohnt sich
Der neue Übernachtungsrekord zeigt: Deutschland ist längst nicht nur ein Zwischenstopp auf dem Weg in den Süden. Das Land selbst bietet eine enorme Vielfalt für Urlauber. Historische Altstädte wie Quedlinburg, Fachwerkhäuser, Burgen und Schlösser gehören ebenso dazu wie Berge, Seen, Wälder und die Küsten von Nord- und Ostsee.
Gerade diese Mischung macht Deutschland für Reisende so interessant: Man muss nicht weit fahren, um völlig unterschiedliche Landschaften, Kulturen und Urlaubserlebnisse zu entdecken.
Quelle: zeit.de
