Kroatien plant umfassende Änderungen im Tourismussektor. Mit einem neuen Gesetzespaket will die Regierung den stark wachsenden Massentourismus besser kontrollieren und gleichzeitig mehr Transparenz sowie Sicherheit für Urlauber schaffen. Im Mittelpunkt stehen strengere Regeln für Ferienunterkünfte, neue Vorgaben für die Gastronomie sowie Maßnahmen zum Schutz von Jugendlichen. Der Gesetzentwurf wurde im April vorgestellt und könnte bereits zur Hauptsaison 2026 in Kraft treten.
Registrierungsnummer für Ferienwohnungen wird Pflicht
Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft private Unterkünfte. Künftig muss jede Ferienwohnung eine offizielle Registrierungsnummer besitzen. Ohne diese darf sie weder auf Plattformen wie Airbnb noch auf Booking-Portalen angeboten werden.
Ziel ist es, illegale Vermietungen einzudämmen, die bislang einen erheblichen Teil des Marktes ausmachen. Für Urlauber bedeutet das mehr Sicherheit: Wer eine Unterkunft bucht, kann künftig davon ausgehen, dass diese geprüft und legal betrieben wird. Auch Plattformen selbst geraten stärker in die Verantwortung. Sollten sie nicht registrierte Angebote veröffentlichen, drohen hohe Geldstrafen bis hin zu einem erheblichen Anteil des Jahresumsatzes.
Energy-Drinks-Verbot für Minderjährige in der Gastronomie
Eine weitere wichtige Änderung betrifft Restaurants und Bars. Dort soll der Konsum von Energy-Drinks für Personen unter 18 Jahren künftig verboten werden. Damit wird der Verkauf dieser Getränke ähnlich streng geregelt wie Alkohol. Hintergrund sind gesundheitliche Bedenken, insbesondere im Zusammenhang mit hohem Koffein- und Zuckergehalt sowie riskantem Konsumverhalten bei Jugendlichen. Die Einhaltung der Regeln soll durch staatliche Behörden und Polizei kontrolliert werden. Für Touristen bedeutet dies, dass junge Reisende künftig keinen Zugang mehr zu Energy-Drinks in gastronomischen Betrieben haben.
Mehr Kontrollen und Digitalisierung im Tourismussektor
Neben den direkten Änderungen für Urlauber setzt Kroatien auch auf eine stärkere Digitalisierung. Verwaltungsprozesse – etwa Genehmigungen oder Klassifizierungen von Unterkünften – sollen künftig über ein zentrales Register abgewickelt werden. Zudem werden die Kontrollbefugnisse ausgeweitet. Neben staatlichen Inspektionen dürfen künftig auch lokale Behörden und andere Institutionen gegen illegale Anbieter vorgehen. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Qualität im Tourismussektor langfristig zu sichern und den Wettbewerb fairer zu gestalten.
Neue Qualitätsstandards für Unterkünfte
Auch die Bewertung von Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen wird neu geregelt. Künftig sollen Unterkünfte in regelmäßigen Abständen überprüft werden, um sicherzustellen, dass sie den aktuellen Standards entsprechen. Für Reisende bedeutet das mehr Verlässlichkeit bei der Buchung. Sterne-Klassifizierungen und Bewertungen sollen künftig stärker die tatsächliche Qualität widerspiegeln.
Ziel: Nachhaltiger und kontrollierter Tourismus
Mit den neuen Regeln reagiert Kroatien auf zunehmende Herausforderungen im Tourismus. Besonders in beliebten Regionen entlang der Adriaküste sorgt der starke Besucherandrang immer wieder für Probleme – etwa durch illegale Vermietungen, steigende Preise und Belastungen für Einheimische. Durch strengere Vorschriften will die Regierung langfristig einen nachhaltigeren Tourismus fördern. Gleichzeitig sollen Städte und Gemeinden mehr Möglichkeiten erhalten, lokale Regeln – etwa für Partyzonen – selbst festzulegen.
Auswirkungen auf Urlauber
Für Touristen bringen die neuen Regelungen sowohl Vorteile als auch Einschränkungen. Einerseits profitieren sie von mehr Transparenz, Sicherheit und Qualität bei Unterkünften. Andererseits müssen sie sich auf strengere Vorschriften einstellen, insbesondere im Bereich Gastronomie und Buchung. Vor allem junge Reisende und Partyurlauber könnten die neuen Regeln stärker zu spüren bekommen.
Mehr Regeln für besseren Tourismus
Kroatien schlägt mit dem neuen Gesetzespaket einen klaren Kurs ein: weniger Wildwuchs, mehr Kontrolle und nachhaltigere Entwicklung im Tourismus. Die Maßnahmen könnten das Reiseerlebnis langfristig verbessern – auch wenn sie kurzfristig für Veränderungen bei Urlaubern sorgen.
Quelle: utopia.de
