Die angespannte Lage im Nahen Osten hat weitreichende Folgen für die Kreuzfahrtbranche. Große Reedereien sagen geplante Kreuzfahrten komplett ab und passen ihre Routen an. Besonders betroffen ist die Wintersaison 2026/27, für die viele Orient-Kreuzfahrten bereits frühzeitig abgesagt wurden. Hintergrund ist vor allem die unsichere Situation rund um den Iran-Konflikt, der den Schiffsverkehr erheblich beeinträchtigt.
TUI Cruises sagt Mittelmeer-Kreuzfahrten ab
Auch kurzfristig zeigt sich die Krise deutlich: TUI Cruises hat zwei geplante Mittelmeer-Kreuzfahrten für April 2026 ersatzlos gestrichen. Betroffen sind Reisen mit den Schiffen „Mein Schiff 4“ (Start: 11. April 2026) und „Mein Schiff 5“ (Start: 24. April 2026).
Die ursprünglich geplanten Routen sollten von Mallorca über Sardinien und Malta bis nach Griechenland führen. Eine weitere Kreuzfahrt war ab Heraklion auf Kreta vorgesehen. Aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage können diese Reisen jedoch nicht durchgeführt werden. Beide Schiffe befinden sich seit Beginn des Iran-Konflikts im Persischen Golf und können die Region derzeit nicht verlassen.
- „Mein Schiff 4“ liegt in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate)
- „Mein Schiff 5“ befindet sich in Doha (Katar)
Die Reederei betont, dass die Sicherheit der Crew oberste Priorität hat. Der Fokus liegt aktuell darauf, das Wohlergehen der Besatzung an Bord sicherzustellen.
Rückkehr in den Fahrplan bleibt ungewiss
Laut Unternehmensangaben sollen die Schiffe wieder in den regulären Betrieb integriert werden, sobald eine sichere Verlegung möglich ist. Geplant ist eine Rückkehr über das Mittelmeer. Ein konkreter Zeitpunkt dafür steht jedoch noch nicht fest.
Auch zur Anzahl der betroffenen Passagiere äußerte sich das Unternehmen nicht. Zusammen bieten beide Schiffe Platz für rund 5.000 Gäste, was die Dimension der Ausfälle verdeutlicht.
Weitere Reedereien betroffen: Celestyal Cruises und MSC Cruises
Die Auswirkungen des Konflikts betreffen nicht nur einen Anbieter. Auch Celestyal Cruises musste reagieren und mehrere Reisen absagen. Die Schiffe „Celestyal Journey“ und „Celestyal Discovery“ verbleiben ebenfalls im Persischen Golf, da eine Passage durch die Straße von Hormus derzeit nicht möglich ist. Insgesamt befinden sich aktuell sechs Kreuzfahrtschiffe im sogenannten „Hot Layup“-Status. Das bedeutet, dass sie mit minimaler Besatzung bereitgehalten werden, um bei einer Entspannung der Lage schnell wieder einsatzfähig zu sein. Zu diesen Schiffen gehören unter anderem:
- „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“
- „Celestyal Discovery“ und „Celestyal Journey“
- „MSC Euribia“ von MSC Cruises
- „Aroya“ von Aroya Cruises
Trotz der aktuellen Einschränkungen sind einzelne Kreuzfahrten weiterhin buchbar. So wird beispielsweise eine Reise der „MSC Euribia“ ab Kiel Anfang Mai 2026 weiterhin angeboten. Ob diese und andere Fahrten planmäßig stattfinden können, hängt jedoch stark von der weiteren Entwicklung im Nahen Osten ab.
Die aktuelle Sicherheitslage im Nahen Osten stellt die Kreuzfahrtindustrie vor große Herausforderungen. Routenänderungen, Absagen und festgesetzte Schiffe zeigen, wie stark geopolitische Konflikte den Tourismus beeinflussen können.
Quelle: merkur.de
