Campingurlaub in Deutschland ist auf Rekordkurs. Immer mehr Menschen zieht es mit Wohnmobil, Caravan oder Zelt in die Natur – und das in einem Ausmaß wie nie zuvor. Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine Entwicklung, die viele Reisende spüren: Die Preise für Campingferien steigen deutlich.
Rekordzahlen und anhaltender Trend
Wie das Statistische Bundesamt kürzlich ermittelte, erreichten im Jahr 2025 die Campingübernachtungen in Deutschland einen neuen Höchststand. Rund 44,7 Millionen Gäste entschieden sich für einen Aufenthalt auf Campingplätzen – so viele wie noch nie. Damit wurde das Ergebnis des Vorjahres nochmals übertroffen und auch das Niveau des Corona-Vorkrisenjahres 2019 deutlich überholt.
Der Camping-Boom kommt dabei nicht überraschend. Bereits seit Jahren wächst die Beliebtheit des Campings kontinuierlich. Lediglich in den pandemiegeprägten Jahren 2020 und 2021 kam es zu kurzfristigen Rückgängen. Insgesamt hat sich die Zahl der Übernachtungen innerhalb der vergangenen zwei Jahrzehnte mehr als verdoppelt – ein Wachstum, das klassische Unterkunftsformen wie Hotels oder Pensionen deutlich hinter sich lässt. So entfällt etwa jede elfte Übernachtung im Deutschlandtourismus auf einen Campingplatz. Damit hat sich diese Urlaubsform endgültig vom alternativen Reisestil zum festen Bestandteil der Branche entwickelt.
Beliebte Regionen und steigende Kosten
Besonders gefragt beim Camping sind weiterhin die klassischen Ferienregionen. An der Spitze steht die Ostseeküste in Schleswig-Holstein, die auch 2025 die meisten Gäste angezogen hat und mit 3,5 Millionen Übernachtungen insgesamt die beliebteste Region für Camper in Deutschland ist. Dahinter folgen unter anderem der Schwarzwald, die niedersächsische Nordseeküste sowie das bayrische Allgäu. Auch die Region rund um den Bodensee gehört wieder zu den meistbesuchten Zielen und konnte im Ranking aufholen.
Ein differenzierter Blick zeigt zudem: Internationale Gäste zieht es vor allem in den Südwesten Deutschlands. Besonders der Schwarzwald ist bei Camperinnen und Campern aus dem Ausland gefragt, ebenso Regionen wie Mosel-Saar, die Eifel oder das Allgäu. In einigen Regionen hat Camping sogar eine überdurchschnittlich hohe Bedeutung für den Tourismus insgesamt. So entfällt etwa im Fränkischen Seenland fast jede zweite Übernachtung auf Campingplätze – ein Spitzenwert im bundesweiten Vergleich.
Preise steigen stärker als im Durchschnitt
Trotz Camping-Booms fällt der Preisanstieg im Vergleich zu anderen Unterkunftsarten sogar überdurchschnittlich aus. Laut Daten des Statistisches Bundesamt haben sich Übernachtungen auf Wohnmobilstellplätzen seit dem Jahr 2020 um 32,2 Prozent verteuert. Auch klassische Campingplätze verzeichnen einen Anstieg von 28,7 Prozent. Selbst im Vergleich zur allgemeinen Preissteigerung ist Camping damit kein Schnäppchen mehr.
Trotzdem bleibt die Urlaubsform für viele attraktiv. Die Nähe zur Natur, ein hohes Maß an Flexibilität und das Gefühl von Freiheit sorgen weiterhin dafür, dass Camping für Millionen Menschen eine der beliebtesten Reisearten ist. Wie sich der Trend künftig entwickelt, dürfte jedoch auch davon abhängen, ob die Preise weiter so deutlich anziehen.
Quelle: Reuters / zdfheute.de
Weiterführende Informationen: destatis.de
