Ethiopian Airlines setzt ambitioniertes Infrastrukturprojekt in Gang
Die äthiopische Fluggesellschaft Ethiopian Airlines hat erste visuelle Entwürfe ihres neuen Drehkreuzes vorgestellt: den Bishoftu International Airport nahe der Stadt Bishoftu, rund 40 Kilometer südwestlich von Addis Abeba. Der neue Flughafen soll nach seiner Fertigstellung nicht nur Äthiopien, sondern dem gesamten afrikanischen Kontinent als modernstes Luftfahrtzentrum dienen. Die Bodenarbeiten wurden offiziell begonnen und das Image der Terminals und Infrastruktur ist nun erstmals öffentlich gezeigt worden.
Ethiopian-CEO Mesfin Tasew und der Premierminister Abiy Ahmed hoben bei der Grundsteinlegung hervor, dass dieses Projekt einen Meilenstein in der afrikanischen Luftfahrtgeschichte markiert und neue Möglichkeiten für Flugverbindungen auf globalem Niveau schaffen wird.
Flugbedingungen, Lage und technische Eckdaten
Der neue Flughafen wird auf 1.860 Metern Höhe liegen – etwa 450 Meter tiefer als der derzeitige Bole International Airport in Addis Abeba. Diese niedrigere Lage erleichtert den Flugbetrieb, weil Flugzeuge bei geringerer Höhe und Lufttemperatur bessere Start- und Landeleistungen erbringen können.
Geplant sind Terminalflächen von rund 600.000 Quadratmetern sowie zusätzliche Flächen für Fracht und Dienstleistungseinrichtungen von mehr als 100.000 Quadratmetern. Insgesamt sollen am neuen Drehkreuz bis zu 270 Flugzeuge gleichzeitig abgefertigt werden können.
In der ersten Phase sind zwei parallele Start- und Landebahnen vorgesehen, die eine Kapazität von bis zu 60 Millionen Reisenden pro Jahr ermöglichen sollen. Für die Zukunft ist ein Ausbau auf vier Pisten geplant, mit dem das Drehkreuz dann bis zu 110 Millionen Passagiere jährlich bedienen kann – mehr als viermal so viel wie heute möglich.
Weltklasse-Design von internationalem Architekturbüro
Beim Design des neuen Flughafens setzt Ethiopian Airlines auf internationale Spitzenarchitektur. Die Terminalgebäude stammen von Zaha Hadid Architects, einem renommierten Büro, das bereits bei international bekannten Projekten wie dem Flughafen Peking-Daxing oder dem Western Sydney Airport mitgewirkt hat. Die Entwürfe sind geprägt von fließenden Formen, großzügigen Raumkonzepten und einer harmonischen Einbindung in die umliegende Landschaft.
Die Darstellung der geplanten Terminals zeigt zwei kreuzförmige Gebäude auf dem Vorfeld sowie drei kleinere Flugsteige dazwischen. Diese Struktur soll effiziente Passagier- und Frachtprozesse ermöglichen sowie kurze Wege für Umsteigepassagiere garantieren.
Infrastruktur, Anbindung und Bauzeitplan
Ein zentrales Element im Plan ist die Schnellbahnverbindung zwischen dem neuen Flughafen und dem Zentrum von Addis Abeba. Diese soll eine schnelle, komfortable Anbindung für Reisende schaffen und den Flughafen nahtlos in das nationale Verkehrsnetz integrieren.
Die Bauzeit für die erste Phase ist auf etwa vier Jahre ausgelegt, mit einem Zielabschluss um 2030. Anschließend sollen die weiteren Kapazitäten sukzessive erweitert werden. Der Standort wurde bewusst gewählt, um die wachsende Nachfrage im internationalen und kontinentalen Luftverkehr besser bedienen zu können – vor allem da der aktuelle Bole Airport an seine Kapazitätsgrenzen stößt.
Bedeutung für Luftfahrt, Wirtschaft und Afrika
Das neue Drehkreuz ist Teil der umfassenden Strategie von Ethiopian Airlines, ihre Position als führende afrikanische Fluggesellschaft auszubauen. Die Airline plant, bis 2035 mehr als 67 Millionen Passagiere pro Jahr zu befördern und eine Flotte von über 200 Maschinen zu betreiben. Der Ausbau des Drehkreuzes ist damit ein essenzieller Bestandteil dieser Wachstumspläne.
Zudem wird das Projekt als wirtschaftlicher Impuls für die Region erwartet: Bau und Betrieb sollen tausende Arbeitsplätze schaffen und sowohl den internationalen Tourismus als auch den Frachtverkehr stärken. Auch Experten gehen davon aus, dass der Flughafen Addis Abeba und ganz Äthiopien attraktiver für globale Strecken macht und die Rolle des Landes als Luftfahrt-Knotenpunkt zwischen Afrika, Europa und Asien festigt.
Herausforderungen und Ausblick
Trotz aller Euphorie bleibt die Umsetzung eines solchen Infrastrukturprojekts komplex: Finanzierung, logistischer Aufwand und Bauzeit sind große Herausforderungen. Der African Development Bank und weitere internationale Geldgeber tragen einen Teil zur Finanzierung bei, doch die konkrete Realisierung in Zeit und Budget bleibt ein Prüfstein.
Dennoch gilt der Bishoftu International Airport als Leuchtturmprojekt für die afrikanische Luftfahrtbranche: Mit seiner enormen Kapazität, modernen Architektur und strategischen Lage könnte er eine Schlüsselrolle im globalen Flugnetz spielen – und Ethiopian Airlines zu einem noch wichtigeren Akteur im internationalen Wettbewerb machen.
Quelle: aerotelegraph.com
