{"id":5775,"date":"2026-11-02T10:55:39","date_gmt":"2026-11-02T09:55:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sonnenklar.tv\/news\/?p=5775"},"modified":"2026-11-02T11:48:16","modified_gmt":"2026-11-02T10:48:16","slug":"hotels-verklagen-booking-holdings-auf-schadenersatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sonnenklar.tv\/news\/hotels-verklagen-booking-holdings-auf-schadenersatz\/","title":{"rendered":"18.000 Hotels verklagen Booking: Schadenersatz in Milliardenh\u00f6he gefordert"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Druck auf Booking Holdings w\u00e4chst: Insgesamt 18.135 Hotels aus Europa beteiligen sich inzwischen an einer Sammelklage gegen den Mutterkonzern des Buchungsportals Booking.com. Die niederl\u00e4ndische Stichting Hotel Claims Alliance (SHCA) hat am 30. Oktober 2026 die dritte und letzte Gruppe der teilnehmenden Betriebe beim Bezirksgericht Amsterdam eingereicht. Die Hotels fordern Schadenersatz wegen mutma\u00dflich wettbewerbswidriger Gesch\u00e4ftspraktiken, die ihre M\u00f6glichkeiten beim Vertrieb und bei der Preisgestaltung eingeschr\u00e4nkt haben sollen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zahl der beteiligten Hotels steigt deutlich<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sammelklage hat seit ihrem Start Anfang 2026 erheblich an Umfang gewonnen. Im Januar waren zun\u00e4chst 3.087 Hotels an dem Verfahren beteiligt. Im Juli erh\u00f6hte sich die Zahl bereits auf 10.783. Mit der j\u00fcngsten Erweiterung sind nun insgesamt 18.135 Hotels Teil der Klage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Angaben der SHCA ist die Zahl der Teilnehmer innerhalb von drei Monaten um 68 Prozent gestiegen. Die Stiftung ordnet das Verfahren zu den gr\u00f6\u00dften wettbewerbsrechtlichen Schadenersatzklagen ein, die in Europa jemals gegen ein einzelnes Unternehmen gef\u00fchrt wurden. Unterst\u00fctzt wird die Initiative unter anderem vom Hotelverband Deutschland (IHA) und dem europ\u00e4ischen Branchenverband HOTREC. Ziel ist es, die finanziellen Anspr\u00fcche zahlreicher Hotelbetriebe geb\u00fcndelt vor Gericht geltend zu machen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hotels werfen Booking.com Einschr\u00e4nkungen beim Wettbewerb vor<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Mittelpunkt der Klage stehen sogenannte Preisparit\u00e4tsklauseln, die Booking.com \u00fcber viele Jahre in seinen Vertragsbeziehungen mit Hotels verwendet haben soll. Diese Regelungen schr\u00e4nkten die M\u00f6glichkeiten der Betriebe ein, ihre Zimmer auf anderen Vertriebskan\u00e4len g\u00fcnstiger anzubieten als auf der Buchungsplattform.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Betroffen waren demnach auch die eigenen Internetseiten der Hotels. Wer seine Unterkunft \u00fcber Booking.com vermarktete, konnte unter bestimmten Vertragsbedingungen nicht ohne Weiteres niedrigere Preise im Direktvertrieb anbieten. Die klagenden Betriebe sehen darin eine Einschr\u00e4nkung ihrer unternehmerischen Freiheit und des Wettbewerbs zwischen den verschiedenen Buchungskan\u00e4len.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Forderungen beziehen sich auf den Zeitraum von 2004 bis 2024. Nach Auffassung der Kl\u00e4gerseite haben die Klauseln den Wettbewerb verzerrt und den Hotels finanzielle Nachteile verursacht. Die Betriebe verlangen deshalb eine Entsch\u00e4digung f\u00fcr die entstandenen Einbu\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mehrere Milliarden Euro Schadenersatz stehen im Raum<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die m\u00f6gliche finanzielle Dimension des Verfahrens ist erheblich. Die Stichting Hotel Claims Alliance sch\u00e4tzt, dass sich die gesamten Schadenersatzforderungen auf mehrere Milliarden Euro zuz\u00fcglich Zinsen belaufen k\u00f6nnten. Dabei handelt es sich um eine Einsch\u00e4tzung der Kl\u00e4gerseite. Ob und in welcher H\u00f6he Booking Holdings tats\u00e4chlich Schadenersatz leisten muss, ist bislang nicht entschieden. Auch die endg\u00fcltige H\u00f6he m\u00f6glicher Anspr\u00fcche muss im weiteren Verfahren gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine erste Anh\u00f6rung vor dem Bezirksgericht Amsterdam wird nach Angaben der Stiftung f\u00fcr das Jahr 2027 erwartet. Das Verfahren d\u00fcrfte damit auch in den kommenden Monaten ein wichtiges Thema f\u00fcr die europ\u00e4ische Hotelbranche bleiben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hotelbranche sieht Vertrauensverlust bei Booking Holdings<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr. Volker Soyez, der die Klage leitet, wertet die hohe Beteiligung als Zeichen eines wachsenden Vertrauensverlusts zwischen Booking Holdings und seinen europ\u00e4ischen Hotelpartnern. Die Zahl der Anmeldungen spiegele die Unzufriedenheit mit den Gesch\u00e4ftspraktiken der vergangenen Jahrzehnte wider.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die zunehmende Bedeutung k\u00fcnstlicher Intelligenz k\u00f6nnte die Marktposition von Buchungsplattformen k\u00fcnftig ver\u00e4ndern. Reisende erhalten durch neue Technologien zus\u00e4tzliche M\u00f6glichkeiten, Unterk\u00fcnfte zu finden und Angebote miteinander zu vergleichen. F\u00fcr Booking Holdings k\u00f6nnte ein besch\u00e4digtes Verh\u00e4ltnis zu den Hotelpartnern deshalb zu einem zus\u00e4tzlichen gesch\u00e4ftlichen Risiko werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">HOTREC-Pr\u00e4sident Alexandros Vassilikos betonte ebenfalls die Bedeutung fairer Wettbewerbsbedingungen. Hotels m\u00fcssten die Freiheit haben, ihre Preise selbst festzulegen und unterschiedliche Vertriebskan\u00e4le gleichberechtigt zu nutzen. Die Schadenersatzklage sei aus Sicht des Verbandes ein wichtiger Schritt, um ausgewogenere Gesch\u00e4ftsbeziehungen zwischen Hotels und Online-Reiseb\u00fcros zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausgang des Verfahrens bleibt offen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit mehr als 18.000 beteiligten Hotels hat die Sammelklage eine neue Gr\u00f6\u00dfenordnung erreicht. F\u00fcr die europ\u00e4ische Hotellerie geht es dabei nicht nur um m\u00f6gliche finanzielle Entsch\u00e4digungen, sondern auch um die k\u00fcnftigen Bedingungen im digitalen Hotelvertrieb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob die Forderungen der Betriebe vor Gericht Erfolg haben, muss sich allerdings erst noch zeigen. Bis zu einer Entscheidung bleibt offen, ob Booking Holdings tats\u00e4chlich Schadenersatz zahlen muss und wie hoch dieser gegebenenfalls ausfallen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.tageskarte.io\/hotellerie\/detail\/mehr-als-18000-hotels-beteiligen-sich-an-sammelklage-gegen-booking-holdings.html?utm_campaign=nl6242&amp;utm_medium=email&amp;utm_source=newsletter\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">tageskarte.io<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Druck auf Booking Holdings w\u00e4chst: Insgesamt 18.135 Hotels aus Europa beteiligen sich inzwischen an einer Sammelklage gegen den Mutterkonzern des Buchungsportals Booking.com. Die niederl\u00e4ndische Stichting Hotel Claims Alliance (SHCA) hat am 30. Oktober 2026 die dritte und letzte Gruppe der teilnehmenden Betriebe beim Bezirksgericht Amsterdam eingereicht. 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