{"id":4922,"date":"2026-09-10T10:50:38","date_gmt":"2026-09-10T08:50:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sonnenklar.tv\/news\/?p=4922"},"modified":"2026-09-10T10:54:12","modified_gmt":"2026-09-10T08:54:12","slug":"wohnungsnot-eu-will-airbnb-staerker-regulieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sonnenklar.tv\/news\/wohnungsnot-eu-will-airbnb-staerker-regulieren\/","title":{"rendered":"Wohnungsnot: EU will Airbnb st\u00e4rker regulieren &#8211; das kommt auf Urlauber und Vermieter zu"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wohnungsnot in vielen europ\u00e4ischen St\u00e4dten erreicht zunehmend auch die Tourismusbranche. W\u00e4hrend Urlauber auf Plattformen wie Airbnb oder Booking nach zentral gelegenen Ferienwohnungen suchen, fehlen in zahlreichen St\u00e4dten gleichzeitig bezahlbare Wohnungen f\u00fcr die lokale Bev\u00f6lkerung. Die Europ\u00e4ische Kommission m\u00f6chte deshalb neue M\u00f6glichkeiten schaffen, mit denen Kommunen Kurzzeitvermietungen st\u00e4rker begrenzen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei geht es nicht um ein europaweites Verbot von Ferienwohnungen. Vielmehr soll ein gemeinsamer rechtlicher Rahmen entstehen, der St\u00e4dten und Gemeinden mehr Sicherheit bei eigenen Regelungen gibt. So k\u00f6nnten lokale Beh\u00f6rden besser darauf reagieren, wenn kurzfristig vermietete Wohnungen den regul\u00e4ren Wohnungsmarkt nachweislich stark belasten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">EU sieht Kurzzeitvermietungen als einen Faktor<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der zust\u00e4ndige EU-Kommissar f\u00fcr Energie und Wohnungswesen, Dan J\u00f8rgensen, sieht die Kurzzeitvermietung als einen von mehreren Faktoren der europ\u00e4ischen Wohnungskrise. Gerade in beliebten Gro\u00dfst\u00e4dten k\u00f6nnen Wohnungen f\u00fcr Touristen deutlich lukrativer sein als eine langfristige Vermietung an Einheimische.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dadurch kann sich das Angebot an dauerhaft verf\u00fcgbaren Wohnungen verringern. Gleichzeitig steigen in besonders gefragten Regionen die Mieten. Nach Ansicht der EU-Kommission kann eine st\u00e4rkere Regulierung deshalb ein Baustein sein, um den Druck auf angespannten Wohnungsm\u00e4rkten zu reduzieren. Allerdings macht die Kommission auch deutlich, dass Ferienwohnungen nicht die alleinige Ursache f\u00fcr die Wohnungsnot sind. Der neue Ansatz soll daher Teil einer umfassenderen Strategie sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kommunen sollen mehr Handlungsspielraum bekommen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein wichtiger Punkt des Vorschlags ist die Zust\u00e4ndigkeit der St\u00e4dte und Regionen. Die EU kann nicht einfach europaweit festlegen, wie viele Ferienwohnungen in einer bestimmten Stadt erlaubt sind. Entscheidungen \u00fcber konkrete Einschr\u00e4nkungen sollen weiterhin auf nationaler, regionaler oder kommunaler Ebene getroffen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Europ\u00e4ische Kommission m\u00f6chte jedoch einen rechtssicheren Rahmen schaffen. Beh\u00f6rden sollen dadurch besser einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen, wann Ma\u00dfnahmen gegen Kurzzeitvermietungen gerechtfertigt sind und wie diese mit den Regeln des europ\u00e4ischen Binnenmarkts vereinbar bleiben. Neben Ferienwohnungen k\u00f6nnten dabei auch andere Faktoren ber\u00fccksichtigt werden. Dazu z\u00e4hlen beispielsweise Zweitwohnungen oder Immobilien, die \u00fcber l\u00e4ngere Zeit leer stehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Spanien zeigt, wie gro\u00df der Druck sein kann<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie unterschiedlich die Situation in Europa ist, zeigt ein Beispiel aus Spanien. Im Zentrum von Madrid kommen laut Angaben der EU-Kommission rund 40 Kurzzeitvermietungen auf 100 Wohnungen, die dem regul\u00e4ren Langzeitmietmarkt zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade in solchen stark nachgefragten St\u00e4dten kann die Vermietung an Touristen f\u00fcr Eigent\u00fcmer wirtschaftlich besonders attraktiv sein. F\u00fcr Einheimische kann das gleichzeitig bedeuten, dass weniger Wohnraum auf dem normalen Mietmarkt verf\u00fcgbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Auswirkungen sind allerdings nicht \u00fcberall gleich. W\u00e4hrend Kurzzeitvermietungen in manchen St\u00e4dten einen erheblichen Anteil des Wohnungsangebots ausmachen, spielen sie in anderen Regionen eine deutlich geringere Rolle. Deshalb setzt die EU auf lokale Analysen statt auf eine pauschale Regelung f\u00fcr ganz Europa.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Millionen touristische \u00dcbernachtungen in Deutschland<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Deutschland ist vom Boom der Kurzzeitvermietungen betroffen. Wie viele Wohnungen hierzulande tats\u00e4chlich regelm\u00e4\u00dfig an Touristen vermietet werden, l\u00e4sst sich allerdings nicht eindeutig beziffern. Die Bedeutung der Plattformen zeigt sich jedoch bei den \u00dcbernachtungszahlen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 2025 allein \u00fcber Airbnb, Booking und Expedia insgesamt 68,3 Millionen \u00dcbernachtungen gebucht. Gleichzeitig ist die Belastung durch Wohnkosten in Deutschland vergleichsweise hoch. Nach Eurostat-Daten mussten 2025 rund 11,2 Prozent der Bev\u00f6lkerung mehr als 40 Prozent ihres verf\u00fcgbaren Haushaltseinkommens f\u00fcr das Wohnen aufbringen. Im EU-Durchschnitt lag dieser Anteil bei 7,7 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kritik: Mehr Wohnungen statt weniger Ferienwohnungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vorschlag der EU-Kommission st\u00f6\u00dft allerdings auch auf Kritik. Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber sieht die eigentliche Ursache der Wohnungsnot vor allem darin, dass in vielen Regionen zu wenig neuer Wohnraum entsteht. Aus seiner Sicht m\u00fcsse deshalb st\u00e4rker untersucht werden, warum nicht ausreichend gebaut wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch der Eigent\u00fcmerverband Haus &amp; Grund warnt davor, Kurzzeitvermietungen pauschal f\u00fcr die Wohnungsprobleme verantwortlich zu machen. Pr\u00e4sident Kai Warnecke fordert, Einschr\u00e4nkungen nur dort einzusetzen, wo tats\u00e4chlich nachgewiesen werden kann, dass Ferienwohnungen den regul\u00e4ren Wohnungsmarkt \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum erheblich beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">EU-Kommission erwartet keine schnelle L\u00f6sung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die EU-Kommission selbst stellt klar, dass der neue Ansatz die Wohnungsnot nicht kurzfristig beseitigen wird. Vielmehr soll eine zus\u00e4tzliche M\u00f6glichkeit geschaffen werden, um dort gegenzusteuern, wo Kurzzeitvermietungen nachweislich zum Problem werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr St\u00e4dte mit starkem Tourismus k\u00f6nnte das dennoch eine wichtige Ver\u00e4nderung bedeuten. Kommunen k\u00f6nnten k\u00fcnftig leichter Ma\u00dfnahmen begr\u00fcnden und umsetzen, ohne dabei in Konflikt mit europ\u00e4ischen Binnenmarktregeln zu geraten. Bevor der Vorschlag in Kraft treten kann, m\u00fcssen allerdings noch das Europ\u00e4ische Parlament und die EU-Mitgliedstaaten zustimmen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was die neuen Regeln f\u00fcr Urlauber bedeuten k\u00f6nnten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Reisende bedeutet der Vorsto\u00df zun\u00e4chst keine unmittelbare \u00c4nderung. Ferienwohnungen auf Plattformen wie Airbnb oder Booking bleiben weiterhin verf\u00fcgbar. Allerdings k\u00f6nnten einzelne St\u00e4dte k\u00fcnftig strengere Vorgaben einf\u00fchren, wenn sie einen Zusammenhang zwischen Kurzzeitvermietungen und der angespannten Wohnsituation feststellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Urlauber k\u00f6nnte das langfristig dazu f\u00fchren, dass das Angebot an Ferienwohnungen in besonders beliebten St\u00e4dten kleiner wird. Gleichzeitig k\u00f6nnte zus\u00e4tzlicher Wohnraum wieder f\u00fcr Menschen zur Verf\u00fcgung stehen, die dauerhaft in diesen St\u00e4dten leben. Damit steht die EU vor einem schwierigen Balanceakt: Tourismus soll weiterhin m\u00f6glich bleiben, gleichzeitig muss aber ausreichend Wohnraum f\u00fcr die lokale Bev\u00f6lkerung vorhanden sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.tageskarte.io\/politik\/detail\/wohnungsnot-in-europa-eu-nimmt-kurzzeitvermietung-ins-visier.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">tageskarte.io<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wohnungsnot in vielen europ\u00e4ischen St\u00e4dten erreicht zunehmend auch die Tourismusbranche. 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